Lymphovenöse Anastomosen (LVA) –Supermikrochirurgie

Das Wichtigste in Kürze
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Lymphödem nach Krebsbehandlung – was ist das und welche Möglichkeiten gibt es?
Ein Lymphödem ist eine tast- und sichtbare Schwellung, die meist an Armen, Beinen oder am Rumpf auftritt. Es entsteht, wenn das Lymphsystem nicht mehr richtig arbeitet. Dies kann nach einer Krebsbehandlung geschehen, etwa durch Operationen, bei denen Lymphknoten entfernt wurden, oder durch Bestrahlung. Man spricht dann von einem sogenannten sekundären Lymphödem.
Im Gegensatz zu anderen, vorübergehenden Schwellungen (z. B. nach Verletzungen oder durch Herz- oder Nierenerkrankungen), liegt einem Lymphödem immer eine dauerhafte Störung im Lymphabfluss zugrunde. Die Flüssigkeit staut sich im Gewebe – oft schleichend, aber mit zunehmenden Beschwerden.
Die wichtigste Behandlung besteht aus Kompression (z. B. durch speziell angepasste Strümpfe) und regelmässige Lymphdrainage. In bestimmten Fällen – je nach Ursache und Ausprägung – kann auch ein operativer Eingriff helfen. Dabei kommen entweder eine Fettabsaugung (Liposuktion) oder mikrochirurgische Verfahren infrage, die neue Abflusswege für die Lymphe schaffen können.
In unserer lymphchirurgischen Sprechstunde klären wir sorgfältig ab, welche Therapie für Sie am besten geeignet ist. Dafür setzen wir moderne Bildgebung mit der sogenannten ICG-Lymphangiographie ein, um die Funktion Ihres Lymphsystems genau zu beurteilen.
Über die Behandlung
Bei der sogenannten LVA-Operation (lymphovenöse Anastomose) wird versucht, den gestörten Lymphabfluss operativ zu verbessern. Dabei werden kleinste Lymphgefässe mit benachbarten Venen verbunden, sodass die angestaute Lymphflüssigkeit über die Venen abfliessen kann. Diese Verbindungen werden unter dem Operationsmikroskop mit feinsten Instrumenten hergestellt – man spricht deshalb von „supermikrochirurgischer“ Technik.
Damit die kaum sichtbaren Lymphgefässe während der Operation zuverlässig gefunden werden können, wird ein spezieller Farbstoff (Indocyaningrün, ICG) unter die Haut gespritzt. Dieser Farbstoff wird vom Lymphsystem aufgenommen und macht die Gefässe mithilfe einer speziellen Infrarotkamera sichtbar – ganz ohne Strahlenbelastung. Die gleiche Technik wird bereits vor dem Eingriff eingesetzt, um die Funktionsweise Ihres Lymphsystems genau zu untersuchen.
Besonders gute Ergebnisse zeigt diese Methode bei Patientinnen und Patienten, deren Lymphödem noch nicht länger als fünf Jahre besteht. In vielen Fällen lässt sich direkt nach der Operation eine deutliche Schwellungsreduktion beobachten.
Ob dieser Eingriff für Sie infrage kommt, klären wir gemeinsam mit Ihnen in unserer spezialisierten lymphchirurgischen Sprechstunde.
Typische Anwendungsbereiche
- Frühes Lymphödem (idealerweise < 5 Jahre bestehend)
- Leicht- bis mittelgradiges Lymphödem der Arme oder Beine
- Lymphödem nach Krebsbehandlungen, z. B. nach Brustkrebs oder gynäkologischen Tumoren
- Funktionstüchtige, noch durchgängige Lymphgefässe (nachgewiesen per ICG-Lymphangiografie)
- Wiederkehrende Entzündungen (z. B. Erysipele) durch Lymphstauung
- Wunsch nach operativer Ergänzung zur konservativen Therapie (Kompression, Lymphdrainage)
Wann ist sie empfohlen?
- Bei frischem oder noch nicht chronifiziertem Lymphödem
- Wenn konservative Massnahmen allein nicht ausreichend helfen
- Bei ausreichendem Venenzugang in der betroffenen Region
- Für Patientinnen und Patienten, die weniger Kompressionsbedarf wünschen
- Als präventive Massnahme, z. B. zeitgleich mit Lymphknotenentfernung (in spezialisierten Zentren)
- In Kombination mit Lymphknotentransfer, wenn zusätzliche Wirkung erwünscht ist
"Ein Lymphödem schränkt nicht nur den Körper, sondern auch das Leben ein. Mit innovativer Lymphchirurgie helfen wir dabei, diese Last spürbar zu reduzieren."
FAQs
Wird die Schwellung nach der Operation sofort besser?
In vielen Fällen sieht man bereits kurz nach dem Eingriff eine leichte Besserung. Der vollständige Effekt entwickelt sich jedoch oft über mehrere Wochen oder Monate.
Muss ich nach der Operation weiterhin Kompressionsstrümpfe tragen?
Ja, zumindest in der ersten Zeit nach der Operation. Ob und wann darauf verzichtet werden kann, entscheiden wir individuell je nach Verlauf.
Bleibt eine sichtbare Narbe zurück?
Die Schnitte sind sehr klein und verheilen in der Regel unauffällig. Die Narben sind meist kaum sichtbar.
Kommt eine Operation bei meinem Befund überhaupt infrage?
Ob eine LVA-Operation für Sie sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel vom Schweregrad Ihres Lymphödems, wie lange es bereits besteht und wie gut Ihr Lymphsystem noch arbeitet. In unserer lymphchirurgischen Sprechstunde untersuchen wir Sie gründlich, führen eine spezielle Bildgebung (ICG-Lymphangiographie) durch und besprechen anschliessend gemeinsam, ob der Eingriff für Sie geeignet ist.
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