Angeborene Brustdeformitäten

Angeborene Brustdeformitäten wie tubuläre Brustdeformität, Trichterbrust oder das Poland-Syndrom sind Fehlbildungen der Brust, die Form, Grösse oder Symmetrie betreffen. Sie entstehen früh und zeigen sich meist schon in der Pubertät.
Frau hält ihren Rücken

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste in Kürze 

  • OP-Dauer: ca. 90 min
  • Arbeitsunfähigkeit: ca. 2 Wochen 
  • Narkose: Vollnarkose  
  • Sportunfähigkeit: ca. 2-3 Wochen  
  • OP-Setting: ambulant oder stationär  
 

 

Trichterbrust  

  • OP-Dauer: ca. 90 min
  • Arbeitsunfähigkeit: ca. 2 Wochen 
  • Narkose: Vollnarkose  
  • Sportunfähigkeit: 4-6 Wochen  
  • OP-Setting: ambulant oder stationär  
 

 

Poland-Syndrom  

  • OP-Dauer: 60-180 min (je nach Eingriff) 
  • Arbeitsunfähigkeit: 2-4 Wochen (je nach Eingriff) 
  • Narkose: Vollnarkose  
  • Sportunfähigkeit: 4-6 Wochen (je nach Eingriff)  
  • OP-Setting: ambulant oder stationär  
 

Was sind angeborene Brustdeformitäten?

Angeborene Brustdeformitäten sind Fehlentwicklungen der Brust, die bereits während der Embryonalentwicklung entstehen und meist im Jugendalter sichtbar werden. Sie betreffen Form, Volumen oder Position der Brustdrüse und/oder der Brustwarze. Solche Deformitäten können ein- oder beidseitig auftreten und variieren in ihrer Ausprägung stark.

Typische angeborene Brustdeformitäten sind:

  • Tubuläre Brust (Rüsselbrust): Schmaler Brustansatz, vorgewölbte Brustwarze, oft mit Hautdefizit im unteren Brustbereich.
  • Trichterbrust (Pectus excavatum): Ein eingesunkener Brustkorb, der die Brustform beeinflussen kann.
  • Poland-Syndrom: Fehlanlage oder Fehlen der Brustdrüse und/oder der Brustmuskulatur auf einer Seite.

Diese Veränderungen können körperlich und seelisch stark belasten. In vielen Fällen lässt sich durch eine individuell geplante Brustkorrektur eine harmonische Brustform wiederherstellen

Über die Behandlung

Die Behandlung angeborener Brustdeformitäten richtet sich nach Art und Ausprägung der Fehlbildung. Ziel ist es, Form, Symmetrie und Volumen zu korrigieren. Je nach Befund kommen Implantate, Eigenfett, Straffungen oder Rekonstruktionen mit körpereigenem Gewebe zum Einsatz. 

 

Tubuläre Brustdeformität 

Die tubuläre Brustdeformität ist eine angeborene Fehlbildung der Brust, die in unterschiedlichen Schweregraden auftreten kann. Je nach Ausprägung kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden zum Einsatz.  

In leichten Fällen reicht meist die Einlage eines Silikonimplantats, um die Brustform zu harmonisieren.  
 
In ausgeprägten Fällen sind mehrere Eingriffe notwendig: Zunächst wird ein Gewebe-Expander zur Dehnung der Brustregion eingesetzt, bevor im zweiten Schritt das endgültige Implantat eingebracht wird, meist mit der kombinierten Injektion von Eigenfett. Zusätzlich kann – je nach Bedarf – eine Straffung der Brust und eine Verkleinerung der Brustwarze erfolgen.  

Dank unserer langjährigen Erfahrung in der ästhetischen und rekonstruktiven Brustchirurgie, bieten wir Ihnen eine individuelle, fachgerechte Behandlung auf höchstem Niveau. 

 

Trichterbrust 

Die Trichterbrust ist eine angeborene Einsenkung des unteren Brustbeins. Neben der sichtbaren Deformität können auch Schmerzen und psychische Belastungen auftreten.

Je nach Ausprägung stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Operativ nach der Nuss-Methode mit Einlage eines Bügels
  • Volumenaufbau mit massgefertigtem Silikonimplantat
  • Eigenfettinjektionen bei leichteren Fällen

Wir beraten Sie individuell, welche Methode für Sie geeignet ist. 

 

Poland-Syndrom 

Das Poland-Syndrom ist eine seltene, angeborene Fehlbildung, bei der Brustwarze, Brustdrüse und Brustmuskulatur unvollständig ausgebildet sind.  

Je nach Ausprägung stehen unterschiedliche Rekonstruktionsmethoden zur Verfügung – von Fettinjektionen bei milden Fällen bis hin zu massgefertigten Implantaten, Expanderlösungen oder sogar freiem Gewebetransfer bei stärkerer Ausprägung.  

Wir beraten Sie individuell zu den passenden Möglichkeiten.  

"Jede Brust erzählt ihre eigene Geschichte. Unsere Aufgabe ist es, angeborene Unterschiede zu harmonisieren - individuell, medizinisch präzise und ästhetisch ausgewogen." 

Dr. med. Vendela Grufman
Behandlungsablauf Tubuläre Brustdeformität
1
Vor der Operation
Eine ausführliche Beratung und Untersuchung klären den Schweregrad der tubulären Brustdeformität und die passende Therapie.
2
Während der Operation
Je nach Ausprägung erfolgt entweder die direkte Einlage eines Silikonimplantats oder es erfolgt ein zweizeitiger Eingriff mit vorheriger Gewebeexpansion. Häufig wird die Injektion von Eigenfett durchgeführt. Gegebenenfalls werden zusätzlich Brustwarze und Haut gestrafft oder verkleinert.
3
Nach der Operation
Körperliche Schonung. Regelmässige Kontrollen sichern den Heilungsverlauf. Ein spezieller Stütz-BH unterstützt die Heilung.
4
Mögliche Risiken und Komplikationen
Wie bei jeder Operation kann es zu Schwellungen, Blutergüssen, Wundheilungsstörungen oder Infektionen kommen. Auch Asymmetrien oder ein Kapselbildung bei Implantaten sind möglich, aber selten.
Behandlungsablauf Trichterbrust
1
Vor der Operation
Eine gründliche körperliche Untersuchung und ggf. bildgebende Verfahren (z. B. CT oder MRI) klären Ausprägung und Beschwerden. Gemeinsam wird die passende Therapieform ausgewählt.
2
Während der Operation
Bei der Nuss-Methode wird unter Vollnarkose ein Metallbügel minimalinvasiv eingesetzt, um das Brustbein anzuheben. Alternativ kann ein massgefertigtes Silikonimplantat eingebracht oder Eigenfett injiziert werden.
3
Nach der Operation
Bei der Nuss-Methode bleibt der Bügel meist 2–3 Jahre im Körper und wird später entfernt. Nach jeder Methode sind Schonung, Schmerztherapie und Nachkontrollen erforderlich.
4
Mögliche Risiken und Komplikationen
Wie bei jeder Operation kann es zu Schwellungen, Blutergüssen, Wundheilungsstörungen oder Infektionen kommen. Verschiebung des Implantats/Bügels sind seltene, aber mögliche Komplikationen.
Behandlungsablauf Poland-Syndrom
1
Vor der Operation
Eine ausführliche Untersuchung und Bildgebung (z. B. MRI) klären das Ausmass der Fehlbildung. Gemeinsam wird die individuell passende Rekonstruktionsmethode ausgewählt.
2
Während der Operation
Je nach Ausprägung wird die operative Rekonstruktion individuell angepasst. Zum Einsatz kommen unter anderem Fettinjektionen, massgefertigte Implantate, Expander-Lösungen oder ein freier Gewebetransfer zum Einsatz. Ziel ist ein möglichst symmetrisches und natürliches Brustbild.
3
Nach der Operation
Körperliche Schonung. Regelmässige Kontrollen sichern den Heilungsverlauf. Ein spezieller Stütz-BH unterstützt die Heilung.
4
Mögliche Risiken und Komplikationen
Wie bei allen Eingriffen sind Schwellungen, Wundheilungsstörungen, Infektionen oder Asymmetrien möglich. Selten sind Kapselbildung bei Implantaten, welche ein Folgeeingriff nötig machen.
FAQs Tubuläre Brustdeformität

FAQs Tubuläre Brustdeformität

Kann ich nach der Operation noch stillen?

Ob Sie nach einer Brustoperation stillen können, hängt von der Art des Eingriffs ab. 
Bei Eingriffen mit Silikonimplantaten bleibt die Stillfähigkeit meist erhalten, da Drüsengewebe und Milchkanäle in der Regel nicht beeinträchtigt werden. 

Bei komplexeren rekonstruktiven Operationen oder Eingriffen mit Brustwarzenversatz kann die Stillfähigkeit eingeschränkt sein. 

Wie lange wird zwischen den zwei operativen Schritten gewartet?

Zwischen dem ersten Eingriff mit Gewebe-Expander und dem zweiten Schritt mit Implantat-Einlage vergehen in der Regel 3 bis 6 Monate. 
In dieser Zeit wird die Brust langsam gedehnt, bis das gewünschte Volumen und die nötige Hautreserve erreicht sind. 

Der genaue Zeitpunkt hängt von Ihrer individuellen Heilung und dem Behandlungsziel ab. 

Kann ich die Fehlbildung an meine Töchter vererben?

Eine genetische Veranlagung zur tubulären Brustdeformität ist nicht eindeutig belegt, aber familiäre Häufungen wurden beschrieben. Das bedeutet: Ein erhöhtes Risiko ist möglich, eine direkte Vererbung jedoch nicht sicher nachweisbar. 

Bei Unsicherheiten kann eine genetische Beratung sinnvoll sein. 

Brauche ich ein Implantat?

Ob ein Implantat notwendig ist, hängt von der Ausprägung der Brustdeformität und Ihrem persönlichen Wunsch ab. 

Bei milder tubulärer Brustform kann entweder ein kleines Implantat eingelgt werden oder nur ein Fettgewebstransfer ausreichen, um die Brust harmonisch zu formen.   
In ausgeprägten Fällen wird ein Implantat meist in Kombination mit anderen Techniken wie Expanderbehandlung, Fettgewebstransfer oder Bruststraffung eingesetzt. 

Wir beraten Sie individuell, welche Methode für Sie am besten geeignet ist. 

FAQs Trichterbrust

FAQs Trichterbrust

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten?

Die Nuss-Methode ist effektiv bei stark ausgeprägter Trichterbrust, erfordert aber einen grösseren Eingriff mit längerer Heilungszeit. 
Eigenfett oder Implantat sind schonender, mit kürzerer Erholungszeit – ideal bei milder Ausprägung. Sie korrigieren jedoch nur das Volumen, nicht die Brustwand selbst. 

Welche Methode für Sie geeignet ist, besprechen wir individuell.

Spüre ich das Implantat?

In der Regel spüren Sie das Implantat nicht im Alltag. Bei sehr schlanker Brust oder oberflächlicher Platzierung kann es in Einzelfällen tastbar sein. Durch die Wahl der richtigen Implantatgrösse und -lage sorgen wir für ein möglichst natürliches Ergebnis – sowohl optisch als auch im Körpergefühl. 

Muss das Implantat später ausgetauscht oder entfernt werden?

Moderne Silikonimplantate sind langlebig und müssen nicht routinemässig ausgetauscht werden. Ein Wechsel ist nur nötig, wenn Komplikationen auftreten (z. B. Kapselbildung, Riss) oder sich Ihre ästhetischen Wünsche verändern. 

FAQs Poland Syndrom

FAQs Poland Syndrom

Werden die Eingriffe von der Krankenkasse übernommen?

Bei medizinischer Notwendigkeit können die Kosten ganz oder teilweise von der Krankenkasse übernommen werden. Dafür ist ein Antrag bei der Versicherung erforderlich. Wir unterstützen Sie gerne bei der Abklärung der Kostenübernahme. 

Kann ich das Syndrom an meine Kinder vererben?

Das Poland-Syndrom tritt meist sporadisch auf – ohne familiäre Häufung. In den meisten Fällen ist keine direkte Vererbung nachweisbar. Die genaue Ursache ist bislang nicht eindeutig geklärt. Ein genetisches Risiko für Nachkommen gilt als sehr gering. 

Ab welchem Alter sind Operationen möglich?

Rekonstruktive Eingriffe bei Brustfehlbildungen wie dem Poland-Syndrom sind in der Regel ab dem Abschluss des Körperwachstums sinnvoll – meist ab etwa 16 Jahren. 

Gruppenfoto der Ärzte des Affidea PSG

Unser Team

Unser Team umfasst spezialisierte Fachärzt:innen für Gesichts-, Brust-, Körper- und Dermatochirurgie, Pflegefachpersonen und unterstützende Spezialist:innen. Gemeinsam begleiten wir Sie verständnisvoll und kompetent.

Warum uns wählen
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Spezialisten für plastische Brustchirurgie
Unser erfahrenes Ärzteteam bietet modernste rekonstruktive und ästhetische Techniken um Form und Symmetrie der Brust harmonisch und natürlich zu gestalten.
Ganzheitliche Betreuung
Wir begleiten Patientinnen umfassend – von der Diagnose über operative Behandlung bis zur individuellen Nachsorge und Rehabilitation.
Moderne Infrastruktur
Unsere hochmodernen Praxisräume sind mit neuester Technik ausgestattet und schaffen eine angenehme, sichere Atmosphäre für Ihre Behandlung.
Integrierte Patientenbetreuung
Wir begleiten Sie interdisziplinär und koordiniert – von der ersten Beratung bis zur Nachsorge für eine reibungslose Behandlung.