Brustrekonstruktion mit Silikonimplantat

Die Brustrekonstruktion mit Implantat erfolgt meist in zwei Schritten über einen Expander, seltener direkt mit Einlage eines Netzes. Ergebnis: natürliche Form, individuelle Grösse, unauffällige Narben.
Darstellung einer Brust mit Brustimplantat

Das Wichtigste in Kürze

  • OP-Dauer: ca. 2-3 Stunden
  • Arbeitsunfähigkeit: ca. 4 Wochen
  • Narkose: Vollnarkose 
  • Sportunfähigkeit: ca. 6-8 Wochen 
  • OP-Setting: stationär 
 

Über die Behandlung

Eine häufige Methode zum Wiederaufbau der Brust nach Entfernung der Brustdrüse ist die Rekonstruktion mit Silikonimplantaten. Meist wird in einem ersten Schritt, gleichzeitig mit der Brustoperation, ein sogenannter Expander eingesetzt. Dieser dient als Platzhalter, damit sich die Brusthaut nach der Entfernung der Drüse schonen kann. Nach einer Erholungsphase wird dann in einem zweiten Eingriff das endgültige Silikonimplantat eingesetzt.  

In einigen Fällen kann das endgültige Implantat auch schon beim ersten Eingriff eingesetzt werden. Um das Implantat gut zu positionieren und zu stützen, benutzen wir dann ein spezielles Netz. So sitzt die Prothese sicher und sieht natürlicher aus.  

Die Rekonstruktion erfolgt, egal mit Expander oder Implantat, meistens auf den Brustmuskel (präpektoral).

Vor der Operation besprechen wir genau mit Ihnen, wie gross das Implantat sein soll, und Sie können sich ein Modell anschauen und anfassen. Der Schnitt wird häufig an der Stelle gemacht, wo bereits eine Narbe ist oder in der Falte unter der Brust – so entstehen im Idealfall keine neuen sichtbaren Narben.

Wenn Ihre Brust vor der Operation eher schlaff oder gross ist, kann es sinnvoll sein, die Haut etwas zu straffen. Manchmal machen wir das schon vor der Brustentfernung, damit alles besser heilt.  

 

Typische Anwendungsbereiche

  • Nach einer Brustamputation (Mastektomie) aufgrund von Brustkrebs oder einem erhöhten genetischen Risiko
  • Unmittelbar im Anschluss an die Brustentfernung (primäre Rekonstruktion), um das Gefühl des Verlustes zu vermeiden
  • Zu einem späteren Zeitpunkt nach der Amputation (sekundäre Rekonstruktion), wenn z. B. zuerst andere Therapien abgeschlossen werden sollen
  • Bei Brustfehlbildungen (z. B. Poland-Syndrom) oder starker Brustasymmetrie
  • Nach Komplikationen mit einem vorherigen Implantat (z. B. Kapselfibrose)
  • Wenn der Wiederaufbau der weiblichen Silhouette gewünscht wird, insbesondere aus psychologischen oder ästhetischen Gründen

 

Wann ist sie empfohlen?

  • Sofortige Rekonstruktion:
    • Kein geplanter Bestrahlungsbedarf
    • Gute allgemeine Gesundheit
    • Wunsch, mit Brust aus der Operation zu erwachen
  • Verzögerte Rekonstruktion:
    • Geplante Bestrahlung oder Chemotherapie
    • Gesundheitlich eingeschränkte Belastbarkeit
    • Entscheidung für späteren Wiederaufbau
  • Rekonstruktion mit Eigengewebe:
    • Nach Bestrahlung
    • Wunsch nach natürlichem Ergebnis
    • Genügend Eigengewebe vorhanden
  • Rekonstruktion mit Implantaten:
    • Wenig Eigengewebe
    • Kürzere Operation und schnellere Erholung gewünscht
    • Planbares Volumen bevorzugt 

"Jede Frau verdient eine individuelle und natürliche Brustrekonstruktion - mein Ziel ist es, diesen Wunsch zu erfüllen."

Dr. med. Vendela Grufman
Behandlungsablauf
1
Vor der Operation
Vor dem Eingriff findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt. Gemeinsam wird die passende Methode ausgewählt – ist eine Implantatrekonstruktion das Richtige? Ist eine Rekonstrktion mit Eigengewebe sinnvoller?
2
Während der Operation
Die Brustrekonstruktion erfolgt unter Vollnarkose. Es wird entweder ein Expander oder direkt ein Implantat eingesetzt.
3
Nach der Operation
Sind körperliche Schonung und regelmässige Nachkontrollen wichtig. Kompressionskleidung kann die Heilung unterstützen, bei Bedarf hilft Physiotherapie.
4
Mögliche Risiken und Komplikationen
Es kann zu Schwellungen, Taubheitsgefühl oder Asymmetrien kommen.
FAQs

FAQs

Wie fühlt sich meine Brust anschliessend an?

Nach der Operation fühlt sich die rekonstruierte Brust meistens anders an als eine natürliche Brust. Das Implantat ist fest und weniger beweglich, und die Haut kann sich straff anfühlen. Mit einem Expander ist die Brust direkt nach der Operation deutlich kleiner als vorher. Da der Expander mit Kochsalz gefüllt ist, fühlt sich die Brust weicher an und es zeigen sich meist Unebenheiten auf der Haut. 

Es dauert, bis sich der Körper an die neue Brust gewöhnt. Das Gefühlsempfinden an der neuen Brust ist nach der Brustdrüsenentfernung meist eingeschränkt. Bei manchen Patientinnen kehrt das Gefühl zurück, bei anderen bleibt die Brust taub. 

Wann kann ich wieder in meinen normalen Alltag zurückkehren?

Viele Patientinnen können schon nach ein bis zwei Wochen langsam wieder alltägliche Dinge erledigen. Ein Heben von Gegenständen über ca. 5 Kg ist für 6 Wochen untersagt. Sport und schwere körperliche Arbeit sollten Sie daher meist für sechs bis acht Wochen meiden, damit alles gut heilt.  

Kann das Implantat kaputtgehen?

Ja, ein Implantat kann beschädigt werden, zum Beispiel durch starken Druck oder Verletzungen. Moderne Implantate sind aber sehr robust. Eine gute Nachsorge ist sehr wichtig. 

Ist die onkologische Nachkontrolle durch das Implantat beeinträchtigt?

Nein, die regelmässigen Untersuchungen und Kontrollen zur Brustkrebs-Nachsorge sind auch mit Implantat gut möglich. Ultraschall, Mammographie oder MRT können weiterhin eingesetzt werden, damit wir frühzeitig Veränderungen erkennen können. 

Gruppenfoto der Ärzte des Affidea PSG

Unser Team

Unser Team umfasst spezialisierte Fachärzt:innen für Gesichts-, Brust-, Körper- und Dermatochirurgie, Pflegefachpersonen und unterstützende Spezialist:innen. Gemeinsam begleiten wir Sie verständnisvoll und kompetent.

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